Jahresrückblick 2025

Auch das Jahr 2025 stellt uns Rinderhalter vor einige Herausforderungen. Trotz erfreulich hoher Preise für Rindfleisch und auch Absetzer steigen die allgemeinen Kosten in allen Bereich, wodurch kaum Mehrgewinn erzielt werden kann. Der Druck auf den Schlachtrindermarkt ist hoch und kann sich vor allem durch die hohe Nachfrage bei gleichzeitig relativ geringem Angebot behaupten.

Nachdem man von BTV3 wenig gehört hat, ist seit dem Herbst wieder BTV8 in Deutschland aktiv. Hierbei handelt es sich um einen anderen Stamm, als beim letzten Ausbruch. Impfstoff ist zurzeit ebenfalls nur sehr schwer zu erhalten.

Aktuell (Stand 16.12.) ist unser Zuchtgebiet durch den Ausbruch in zwei Hälften geteilt. Um die entsprechenden Ausbruchsorte des Erregers der Blauzunge (BTV-8) wurden jeweils 150-km-Sperrzonen eingerichtet.  Dem Südliche Teil (RLP, Saarland und Teile von NRW) obliegen Transportrestriktionen in die BTV8 freie Gebiete. Ebenfalls sind Bayern, Baden-Württemberg und Teile von Hessen gesperrt.

Der Blick in die europäischen Nachbarländer lässt ebenfalls Sorge aufkommen. Mit EHD (Epizootische Hämorrhagische Krankheit) und LSD (Lumpy Skin Disease) stehen weiter Tierseuchen vor unseren Grenzen.

Dennoch wollen wir uns nicht nur mit negativen Aspekten unserer Tätigkeit widmen, sondern uns an den positiven Änderungen und Chancen erfreuen.

Am 12. April fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Glanrind-Züchterverbandes auf der Lehr- und Versuchsanstalt Neumühle in Münchweiler a. d. Alsenz statt.

Zunächst begrüßte der Vorsitzende Felix Leixner alle Anwesenden und berichtete im Anschluss über aktuelle Themen aus der Glanrinderzucht, wie…

Validierung des L64p
eingelagerte Genreserven in Mariensee

Förderung der Genotypisierung in RLP

Erstmalige Berechnung des RZL (Relativzuchtwert Zuchtleistung) ab Dezember 2025

Im Anschluss daran stellte der Kassenwart Markus Thesen den aktuellen Kassenbericht vor. Die beiden Kassenprüfer Sebastian Henrich und Thomas Keller berichteten, dass bei der Kassenprüfung alle Belege vollständig vorlagen, alles Buchungen richtig und ordnungsgemäß gemacht wurden und somit beantragten sie die Entlastung von Kassenwart und Vorstand. Die Entlastung wurde einstimmig beschlossen.

Als ein wichtiger Punkt stand die, an der Mitgliederversammlung 2024 geforderte Satzungsänderung zur Abstimmung. Nach einer Diskussion mit den unterschiedlichsten Meinungen wurde der Vorschlag mit 10 Stimmen dafür und 16 Stimmen dagegen abgelehnt.

Nun folgte der Tagesordnungspunkt der Vorstandswahlen. Hierbei stimmten alle 28 anwesenden Wahlberechtigten mit ab. Zum ersten Vorsitzenden wurde Felix Leixner einstimmig wiedergewählt. Der zweite Vorsitzende blieb ebenfalls einstimmig Markus Linn. Zum Kassierer wurden Markus Thesen und zum Schriftführer Steffen Bernhard einstimmig wiedergewählt. Als Beisitzer(in) standen Ralf Loscheider und Michaela Koch (beide Wiederwahl), Sebastian Henrich (neu), Marcel Bier (neu) und Tai Radermacher (neu) zur Wahl. Alle fünf wurden einstimmig gewählt. Schließlich galt es noch die beiden Kassenprüfer zu wählen. Da Sebastian Henrich nun zum Beisitzer gewählt wurde, stand dieser als Kassenprüfer nicht mehr zur Wiederwahl. Thomas Keller ließ sich erneut aufstellen, zusätzlich wurde Sarah Radermacher vorgeschlagen. Beide wurden einstimmig zu Kassenprüfern gewählt.

Unter dem Tagesordnungspunkt verschiedenes wurde über viele Themen diskutiert. Unter anderem wurde angeregt, eine bessere Vermarktung von Glanrindprodukten aktiv voran zu treiben und auch die „Marke Glanrind“ zu schützen und zu festigen.

Als weiterer Punkt von vielen wurde die Weiterentwicklung bzw. Erweiterung der Blutlinien vorgebracht. Der Wunsch nach neuen Besamungsbullen, vor allem aus weniger vertretenen Linien sollte gefördert werden. Hierzu können/sollen alle Züchter interessante Bullen beim Vorstand melden.

Der alte und neue Vorsitzende Felix Leixner beendete die Mitgliederversammlung und bedankte sich bei Allen für ihr Kommen und die aktive Teilnahme.

Im Anschluss an das Mittagessen wurden im Rahmen des 6. Neumühler Bullentages die Bullen der Eigenleistungsprüfung (12 Glanrindbullen und ein Bulle der Rasse Gelbvieh) im Ring vorgestellt und von Herrn Bäumker (FHB) kommentiert. Nachfolgend konnten die Bullen von den Züchtern auf der Stallgasse gekauft werden. Die Tiere mit interessanten Pedigrees und zum Teil hohen Glanrind-Blutanteilen zeigten sehr gute Tageszunahmen und präsentierten sich bestens im Ring.

Erfreulicherweise wurden am Bullentag selbst schon ein Großteil der Tiere verkauft, woraus ein großes Interesse an qualitativ hochwertigen, geprüften Bullen abgeleitet werden kann.

Die zu Beginn des Jahres abgeschlossene Validierung des Doppellendergens L64P wurde wie schon genannt, bei der Mitgliederversammlung thematisiert. Zur weiteren Information möchten wir auf das Informationsschreiben auf der Homepage (unter Aktuelles) hinweisen. Sollten sich weitere Fragen zur Thematik ergeben, können Sie sich gerne an uns oder vor allem an das FHB wenden.

Nach Abschluss des Jahreshaushaltes in RLP möchten wir weiterhin über den Ablauf der neuen Förderung der Genotypisierung informieren.

Erstmalig wurde diese in 2025 gefördert. Genauer werden die Kosten für die Laboruntersuchung der SNP-Typisierung (bis zu 100%) für alle im FHB registrierten, auf rheinland-pfälzischen Betrieben stehenden Tiere übernommen. Voraussetzung ist, dass der Untersuchungsantrag über den Zuchtverband angefordert wird und im selben Jahr abgerechnet ist.

Hierzu werden alle betroffenen Betriebe am Jahresende vom DLR Westpfalz angeschrieben und müssen den beigefügten Antrag, über das bekannte Prozedere (wie bei der Erhaltungsprämie), abarbeiten. Für das Jahr 2026 ist die Förderung ebenfalls verfügbar. Wie es danach weiter geht wird noch mit dem Ministerium abgestimmt.

Zudem wird zum Jahresende (vorrausichtlich 18.12.2025) erstmalig der Relativzuchtwert Zuchtleistung (RZL) berechnet. Zur Erklärung ist ein Ausschnitt der BRS-Homepage und der zugehörige Link abgedruckt:

„Es werden folgende Informationsmerkmale in der Zuchtwertschätzung verwendet:

Erstkalbealter
Zwischenkalbezeit
Kalbeverlauf
Totgeburtenrate
Anzahl Kalbungen (Nutzungsdauer)

Die Schätzung erfolgt mit einem BLUP-Mehrmerkmals-Wiederholbarkeits-Tiermodell.

Der Gesamtzuchtwert RZL wird aus drei Einzelzuchtwerten gebildet:

Zwischenkalbezeit – ZW_ZKZ
Totgeburtenrate – ZW_TG
Anzahl Kalbungen – ZW_nKal

Die Gewichtung dieser Einzelzuchtwerte beträgt 40% ZW_ZKZ, 30% ZW_TG und 30% ZW_nKal.“

(BRS 2025, https://www.rind-schwein.de/brs-rind/zuchtwertschaetzung-fr.html )

Seit 28.09.2025 gibt es einen WhatsApp-Kanal zum Glanrind, auf dem, allerlei aktuelle Informationen zur Verfügung gestellt werden. Diesem kann unverbindlich beigetreten werden. Der Link dazu ist auf der Startseite der Vereinshomepage hinterlegt.

Nun noch ein kleiner Ausblick für 2026:

Am 25.01.2026 findet auf dem Ehringshof, bei Familie Linn, das Seminar zur Halfterführigkeit statt. Einige wenige Plätze sind noch frei. Anmeldung sollen bei Markus Linn erfolgen.

Aufgrund der beschriebenen Blauzungen-Situation finden die FHB Sternstunden nicht wie geplant in Fließem statt. Veranstaltungsort ist am 24.04.2026 die Niederrheinhalle in Krefeld.

Die Mitgliederversammlung planen wir, nach aktuellem Stand, für das Frühjahr 2026. Genauere Informationen folgen.

Auch im Frühjahr 2026 wird wieder der Neumühler Bullentag stattfinden. Zur Eigenleistungsprüfung wurden im Oktober auch 12 Glanrind-Jungbullen eingestallt. Vorab sollen diese unverbindlich vorgestellt werden und natürlich, nach erfolgreich bestandener Prüfung, zum Verkauf angeboten werden.

Falls Sie noch nach einem potentiellen Deckbullen suchen, haben Sie also schon die Möglichkeit einen Eindruck zu erhalten.

 

Wir wünschen eine schöne Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Gesundheit und weiterhin viel Spaß mit dem Glanrind!!